08.05.2026

Feier im Sonnhof: Vitus Winkler als „Koch des Jahres“ geehrt

Wegbegleiter Hannes Müller, Josef Steffner, Andreas Döllerer, Andreas Herbst, Jürgen Vigne und Stefan Birnbacher kreierten zu Ehren des Salzburger Küchenchefs ein einzigartiges Menü.

Eva-Maria und Vitus Winkler
Eva-Maria und Vitus Winkler © Gault&Millau / Stefan Donat

Koch des Jahres. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen“, sagt Andreas Kössner, ein Freund seit Jugendtagen, zu Beginn seiner Laudatio auf Vitus Winkler. Es ist ein nebelbedeckter, kühler Abend in St. Veit im Pongau, als sich der Platz vor dem Sonnhof mit Gästen und Freund:innen füllt. Oder, wie es Hannes Müller, Gault&Millau Koch des Jahres 2025, bei seiner Ansprache formuliert: „Ich war schon lange nicht mehr auf so einer schönen Garagenparty.“

Ein besonderer Moment des Abends ist die offizielle Übergabe der Gault&Millau-Urkunde, bei der auch Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Tourismus, anwesend ist. Zelebriert wird dabei nicht nur die Auszeichnung selbst, sondern auch der Weg dorthin. Gault&Millau-Herausgeberin Martina Hohenlohe erklärt in ihrer Würdigung: „Vitus Winkler hat für uns alle Boxen getickt: Er vereint technisches Können, kreative Energie und den Mut, seine eigene Linie zu gehen. Ein Koch, der konsequent Qualität über Bequemlichkeit stellt – und dafür heute gefeiert wird.“ Von Messermacher Richard Kappeller erhält Winkler zudem ein handgefertigtes Messer.

„Du wirst einmal einer der besten Köche Österreichs“

Besonders bedankt sich 4-Hauben-Koch Vitus Winkler bei seiner Frau Eva-Maria, mit der er Hotel und Restaurant führt. Gemeinsam würden sie den Betrieb „wie ein Schiff“ jedes Jahr neu auf Kurs bringen. Auch seine Eltern hätten früh den Grundstein gelegt, seine Leidenschaft für Kulinarik auszuleben. „Als ich mit meiner Mama damals in der Küche gestanden bin, hat sie gesagt: Du wirst einmal einer der besten Köche Österreichs.“ Und recht hatte sie.

Diese Auszeichnung gehört nicht nur mir, sondern dem ganzen Team, meiner Frau und uns allen. Wenn man sieht, was wir in den letzten 14 Jahren aufgebaut haben, dann weiß man, dass das nur zusammen möglich war.“
Vitus Winkler, Koch des Jahres 2026

Galerie

Vitus Winkler
Vitus Winkler © Gault&Millau / Stefan Donat
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Eva-Maria und Vitus Winkler und Gault&Millau-Herausgeber Martina und Karl Hohenlohe
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Eva-Maria und Vitus Winkler und Gault&Millau-Herausgeber Martina und Karl Hohenlohe © Gault&Millau / Stefan Donat
Dessert von Andreas Herbst
Dessert von Andreas Herbst © Gault&Millau / Stefan Donat
Andreas Döllerer und Vitus Winkler
Andreas Döllerer und Vitus Winkler © Gault&Millau / Stefan Donat

Gefeierter Zusammenhalt in der Branche

Im Laufe des Abends wird sichtbar, wie eng die Verbindungen innerhalb der Branche sind. Viele der Köche, die die Feier mitgestalten, begleiten Winkler bereits seit Jahren. „Dass heute alle gekommen sind und mitkochen, macht die Freude noch größer, denn sie sind längst mehr als Kollegen, sondern echte Freunde geworden“, sagt er sichtlich gerührt.

Durch den Abend führen neben Winkler sechs Spitzenköche mit einem gemeinsamen Menü, darunter Jürgen Vigne, Stefan Birnbacher, Hannes Müller, Andreas Döllerer, Josef Steffner und Andreas Herbst. Neben der Freude über die Auszeichnung richtet der Koch des Jahres den Blick auch nach vorne: „Wir wollen unsere Gäste begeistern, inspirieren und ihnen ehrliche, gesunde Kulinarik bieten.“ Besonders mit seiner Kräuterküche wolle er dazu beitragen, ein bewussteres Verständnis für Lebensmittel und Ernährung zu vermitteln, vor allem an die jüngere Generation.

Nach dem Dessert geht die Feierlichkeit in eine lockere Küchenparty mit Live-Musik über. Die Anspannung fällt sichtbar ab, die Stimmung wird gelöster. „Heute versteht man es wirklich mal, dass man Koch des Jahres ist“, sagt Winkler später lachend. Ein Abend, der vor allem eines gezeigt hat: dass hinter einer solchen Auszeichnung nicht nur ein Koch steht, sondern ein großes Netzwerk aus Familie und Kolleg:innen.

Ein Menü mit 21 Hauben

Kulinarischer Höhepunkt war zweifellos das Fünf-Gänge-Menü von Josef Steffner (Mesnerhaus), Hannes Müller (Die Forelle), Andreas Döllerer (Döllerer), Andreas Herbst (Dahoam) und dem Koch des Jahres selbst, Vitus Winkler:

Vitus Winkler
Almwiese – Sauerteigbrot • Frühlingskräuterbutter
dazu L’Ormarins Cap Classic Blanc de Blancs 2021

Josef Steffner
Maibock • Bärlauch • Tauerroggen • Flechte • Vogelbeere • Knoblauch-Schwindling
2023 Rotgipfler Gumpoldskirchen / Hattingley Valley English Sparkling Wine Classic Reserve

Hannes Müller
Amurkarpfen • Ostergruss Rettich • Leimkraut • Mandel • Molke
2001 Chardonnay Specula No.3 Ried Eichkogel Monopol MG / Zuschmann-Schöfmann Bio Grüner Veltliner Große Reserve 2021

Andreas Döllerer
Short Rib • Sellerie • Salat • Kren • Schnittlauchsauce
2015 Cabernet Sauvignon Ried Eichkogel Monopol MG / 2022 Merlot Saturio Ried Bügeln 9 Liter / Villa Franciacorta DOCG Bio Blu Extra Brut 2016

Andreas Herbst
Leoganger weiße Schokolade • Rhabarber • Flieder 2024
2009 Zierfandler TBA Ried Schwaben MG / Louise Brison Champagne Rose de la Côte de Bar 2019

Gault&Millau bedankt sich bei seinen Partnern

Zum Aperitif wurden Schaumweine von Schaumweinkontor und Champagner von Laurent-Perrier gereicht. Unterstützt wurde die Veranstaltung neben einem Messer von Messermacher Richard Kappeller außerdem von Metro und Lohberger.

von Derya Metzler

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