17.06.2026

Pop-Up-Restaurant: „Sekki“ zieht im Leo Grand ein

Lucas Shong und Jake Bergholtz bespielen für drei Monate das Hotelrestaurant am Bauernmarkt. Mit Butter in Entenform, Hühnerleber-Crème brûlée und Oma Mimis Marillenknödel.

Lucas „Lucky“ Shong und Jake Bergholtz
Lucas „Lucky“ Shong und Jake Bergholtz © Hannah Shong

Die junge Gastronomie ist kreativ, zugänglich, manchmal auch etwas schwer erklärbar – und wird genau deshalb gerne unterschätzt. Dabei sind es gerade neue Zugänge, die Kochen und Gastgeben über den reinen Pragmatismus hinaus zu einem Lebensgefühl machen können. Beispiele dafür gibt es allein in Wien genug: von einer jungen Food-Designerin, die täuschend echte, essbare Steine als Hommage an ihre Heimat Slowenien bäckt, über frisch maturierte Burschen, die eine Bäckerei am Abend in ein Restaurant verwandeln, bis hin zu einem Kulinarik-Duo, das zunächst mit seinem Chili-Öl Berühmtheit erlangte und dieses inzwischen im eigenen kleinen Bistro verkauft. Sie alle hatten eine Idee und haben diese schlicht verfolgt. Viele starten damit, temporär ihre Zelte aufzuschlagen. Wie nun auch die Freunde Lucas „Lucky“ Shong und Jakob Bergholtz. Sie ziehen am 26. Juni für drei Monate in das Hotelrestaurant des Leo Grand am Bauernmarkt.

Kitsch und Nonchalance

„Es ist ein echtes Privileg, zum Start gleich so ein Restaurant zur Verfügung zu haben“, sagen die Gastronomen im Gespräch mit Gault&Millau. Gleichzeitig gehe damit auch eine große Herausforderung einher: Das Restaurant Cosmo bewirtet bis Mittag wie gehabt die Hotelgäste, im Anschluss haben Shong und Bergholtz das Lokal für sich für die Vorbereitung und den Abendservice, immer von Freitag bis Sonntag. Das bedeutet, dass sich optisch keine große Veränderung ausgeht; muss es für die beiden aber auch nicht, wie sie betonen: „Die Location ist wahnsinnig kitschig, das lieben wir und damit möchten wir spielen.“

Namensgebend für das Pop-Up ist das koreanische Wort „Sekki“. „Das heißt je nach Kontext ‚Welpe‘, kann aber auch frei übersetzt ‚du Wappler‘ bedeuten, wie ich in Korea gelernt habe“, sagt Bergholtz und zeigt damit gleichermaßen, dass man sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Jedenfalls ein bewusst gesetzter Kontrast zum prunkvollen, barocken Patio des Leo Grand.

Jakob Bergholtz und Lucas „Lucky“ Shong
Jakob Bergholtz und Lucas „Lucky“ Shong © Hannah Shong

„Stoner Food für Erwachsene“

Geplant sind wechselnde Menüs, immer abhängig davon, was die Lieferant:innen hergeben. Was es sicher geben wird, ist das Kittseer Holzofenbrot von Pierre Reboul, Crème brûlée von der Hühnerleber, Cevapcici, Abwandlungen vom koreanischen Fried Chicken und Marillenknödel nach dem Rezept von Bergholtz’ Oma Mimi. „Unser Angebot wird eine Widerspiegelung unserer bisherigen Gastro-Stationen sein“, ergänzen sie. „Und es wird alles ein bisschen trashy, aber mit den besten Zutaten.“ So kommt die Butter etwa auch in Entenform zu Tisch, ein Mitbringsel von Bergholtz aus Korea. „Uns hat mal jemand gesagt, dass wir ‚Stoner Food‘ für Erwachsene machen, das trifft es vielleicht ganz gut“, scherzen sie. Ähnlich wenig will man sich bei den Weinen einschränken: eine bewusst reduzierte Karte, wechselnd, mit naturbelassenen sowie klassisch ausgebauten Positionen. „Das Netzwerk, das wir uns über die Jahre aufgebaut haben, können wir jetzt endlich für unser eigenes Ding nutzen.“

Was das Pop-Up noch ein Stück spektakulärer macht, sind die beiden selbst: Jakob Bergholtz und Lucas Shong sind seit Jahren fixer Bestandteil der Wiener Kulinarik und stehen wie kaum andere für eine ungezwungen-lässige Gastronomie. Von Shong wurde man bis zuletzt mit bestem und gerne auch mal abenteuerlichem Wein im Café Kandl verköstigt. Bergholtz kochte neben seiner Zeit in Korea in mehreren Wiener Restaurants, darunter ebenfalls das Kandl, DasDrittl und das Salzamt. Diese Umtriebigkeit und Arbeit kommt ihnen nun zugute und zeigt gleichermaßen, wie vernetzt die Szene ist: „Uns stehen so viele Freunde und Freundinnen aus der Gastro zur Seite. Wir haben einfach wahnsinniges Glück und uns über die Jahre wohl auch ein bisschen gutes Karma angelacht.“

Bis voraussichtlich Ende August zieht das „Sekki“ im Hotelrestaurant des Leo Grand ein, was danach kommt, lassen sich die Gastronomen noch offen: „Eigentlich wollten wir nach dem Pop-Up endlich mal Urlaub machen. Im Idealfall geht es dann aber gemeinsam woanders weiter.“

Sekki im Hotel The Leo Grand

Freitag bis Sonntag,18 bis 0 Uhr
instagram.com/sekkivienna

von Derya Metzler

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