04.08.2026

Lukas Mraz über Knödel und das Universum

Lukas Mraz reist durch Wiens Knödelwelt – und entdeckt weit mehr als ein Traditionsgericht.

Lukas Mraz
Lukas Mraz © WienTourismus / Hermann Höger

Der Knödel ist vermutlich das demokratischste Gericht der Welt. Rund, eckig, flaumig, kompakt, gefüllt oder pur – er nimmt jede Form an, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Oder, wie Lukas Mraz es treffend formuliert: „Beim Knödel ist einfach jede Form erlaubt. Da gibt's kein Bodyshaming.“

Mit diesem Credo startet der Haubenkoch in die neueste Folge der YouTube-Serie Hungry for More des WienTourismus. Diesmal führt die kulinarische Expedition mitten hinein in Wiens erstaunlich vielfältiges Knödel-Universum. Und das ist – wenig überraschend – deutlich internationaler, als man vermuten könnte.

Eine Weltreise in Knödelform

Denn Wien wäre nicht Wien, wenn sich Tradition und Migration nicht seit Jahrhunderten auf dem Teller begegnen würden. Ob Marillenknödel, Grammelknödel, Dumplings oder Kluski ślaskie – schlesische Knödel aus Südwestpolen – sie alle erzählen Geschichten von Heimat, Familie und kulinarischem Erfindungsgeist. Der Knödel wird damit fast zur essbaren Weltkugel. „Wir wissen über Knödel so viel wie übers Universum“ sagt Mraz.

Ein Gericht verbindet Kulturen

Lukas Mraz macht Station im Gasthaus Woracziczky, bei Zur Herknerin, Am Nordpol 3 und der Rosebar Centrala. Die Auswahl zeigt eindrucksvoll, dass Knödel längst keine reine Beilage mehr sind, sondern Bühne für kreative Küchenhandschriften und kulturellen Austausch. Ganz nebenbei bekommt Mraz von seiner Mama Marion Jambor, für ihn „die wahrscheinlich beste Wirtin auf der Welt“, im Gasthaus Woracziczky noch eine kleine Geschichtsstunde: Das Wort „Knödel“ soll vom lateinischen nodus stammen – also Knoten. Ein schönes Bild für ein Gericht, das Generationen, Regionen und Küchen miteinander verbindet. So nimmt der selbsternannte „Knödelsammler“ nicht nur Geschichten, sondern auch eine kulinarische Regel mit: In Oberösterreich werden Knödel traditionell nicht mit dem Messer geschnitten – das gilt als Tabu.

Vom Beilagenstar zur Hauptrolle

Kaum ein Gericht schafft den Spagat zwischen Wirtshausklassiker, Soulfood und internationalem Kulturerbe so mühelos wie der Knödel. Er ist bescheiden und gleichzeitig grenzenlos wandelbar – und vielleicht genau deshalb einer der sympathischsten Botschafter der Wiener Küche.

Bleibt also nur eine Frage offen: Wann bekommt der Knödel endlich den Status, den er verdient? Spätestens nach dieser Folge dürfte klar sein: Er hat sich seinen Platz im kulinarischen Rampenlicht längst erobert.

Galerie

© WienTourismus / Hermann Höger

© WienTourismus / Hermann Höger

© WienTourismus / Hermann Höger

Das ganze Video finden Sie hier.

von Claire Dufils

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