03.11.2026
Wer sich pflanzenbasiert ernährt, muss schon lange nicht mehr auf den Geschmack von Gansl verzichten. Diese Betriebe servieren vegane Varianten.

Der Herbst hat Wien fest im Griff, und mit ihm kehrt eine der liebsten kulinarischen Traditionen der Stadt zurück: die Ganslzeit. Rund um den Martinitag füllen sich die Gasthäuser mit dem Duft von knusprigem Gansl, Rotkraut und Erdäpfelknödeln. Für all jene, die auf tierische Lebensmittel verzichten, war die Ganslzeit lange eine karge Angelegenheit, denn mehr als ein Beilagenteller war oft nicht drin. Das hat sich geändert: Immer mehr Betriebe tüfteln an veganen Varianten, die geschmacklich und optisch den Klassikern in nichts nachstehen wollen, ob als Keule aus Seitan und Pilzen, als moderne Pulled-Gansl-Bao-Buns oder als mehrgängiges Festmenü. Wir haben uns umgehört und stellen Ihnen einige Wiener Lokale vor, die heuer „Vegansl“ servieren.
In dem lauschigen Café auf der kleinen Stadtfarm kommt das vegane Gansl zwei Wochenenden lang solo oder als 3-Gang-Menü daher. Gestartet wird im Menü mit einem Gaumenkitzler, gefolgt von einer Pastinaken-Lauch-Cremesuppe als Vorspeise und dem „Ganz ohne Gansl” aus einer hausgemachten Pilzfülle samt Quittenrotkraut und Erdäpfelknödel als Hauptgang. Als süßes Finale ist wieder eine Schokotarte mit Birnenragout und Tonkaschaum angekündigt (45 Euro das Menü, 25 Euro das Vegansl solo). Erhältlich am 6.,7. und 8. November, sowie am 13., 14. und 15. November. Um Reservierung wird gebeten.
cafe-schillwasser.at
Naufahrtweg 14, 1220 Wien

Das Küchenteam der Cantina della Cucina Alchimia tüftelt gerne an ihren Speisen. Entsprechend ausgefeilt ist auch das vegane Gansl, das sie bis zum 28. November als 4-Gang-Menü für Gruppen ab 6 Personen schicken (85 Euro). Das Gansl besteht hierbei aus gepresstem Igelstachelbart, der in knusprigem Reispergament geröstet und mit einer Umamiessenz, Orangen-Rotkraut und Lacto-Erdäpfelknödel serviert wird.
cucina-alchimia.org/vegansl
Firmiangasse 2, 1130 Wien

Hat man sich zumindest ein Mal in Wien um eine vegane Gansl-Alternative bemüht, ist man sehr wahrscheinlich auf das Zweitbester in der Heumühlgasse gestoßen. Auch hier hat man die Wahl zwischen Menü (30,50 Euro) oder à la carte Hauptspeise (23,50 Euro). Serviert wird das Zweitbester-Vegansl mit Erdäpfelknödel, Rotkraut, Preiselbeeren, Maroni und Jus. Im Menü kommen noch eine Erdäpfelsuppe und ein Dessert aus Maronicreme, Williamsbirnen, und Amarenakirschen obendrauf.
zweitbester.at
Heumühlgasse 2, 1040 Wien

Zum Draußensitzen am Steg ist es vermutlich bereits zu kühl – nur gut, dass das Bootshaus ebenso über einen ausgesprochen netten Innenraum mit Blick auf die Alte Donau verfügt. Im Kaminzimmer beispielsweise kann man es sich gemütlich machen und seine fleischlose Gänsekeule (von der Pflanzerei) samt Maroni-Rotkraut, Erdäpfelknödel, Preiselbeeren und veganem Gansljus genießen (27 Euro).
dasbootshaus.at
An der unteren Alten Donau 61, 1220 Wien

Das Tisch Restaurant zählt unter Veganer:innen ohnehin seit Jahren zu einer verlässlichen Adresse, wenn es um fleischlose Alternativen zur Hausmannskost geht. Betreiberin Rheta Benedek bringt auch dieses Jahr wieder genug für sie zu Tisch: Zum einen, das Vegansl samt Apfel-Orangen-Rotkraut, Serviettenknödel und Bratensaft als 4- oder 6-Gang Sharing-Menü (ab 72 Euro); zum anderen einen plant-based Martini-Gansl-Braten zum Teilen für Gruppen ab 6 Personen (33,90 Euro pro Person). Vorbestellung erforderlich.
seite.tisch.wien
Schlösselgasse 8, 1080 Wien
Das im vergangenen Jahr wiederbelebte Ecklokal in Stadlau feiert noch bis zum 15. November Ganslzeit. Um 21 Euro bekommt man hier eine vegane Gänsekeule samt Erdäpfelknödel, Apfelrotkraut und glasierten Maroni. Zum Aufwärmen von der kühlen Herbstluft könnte man sich davor eine Paradeis- oder Knoblauchcremesuppe (5,50 Euro und 5,80 Euro, beide vegan) genehmigen. Auch hier wird um zeitgerechte Vorbestellung für das Vegansl gebeten.
vorstadtliebe.at
Stadlauer Straße 26, 1220 Wien

Erst kürzlich hat das beliebte Vegan-Lokal Velani einen zweiten Standort aus dem Josefstädter Boden gestampft. Sowohl auf der Schönbrunner Straße als auch in der Laudongasse kann man das Gansl auf Seitanbasis mit Rotkraut, Preiselbeeren, Orange und wahlweise Erdäpfel- oder Serviettenknödel bestellen (29,90 Euro). Wer damit nicht genug hat, toppt das Ganze einfach mit einer herbstlichen Bruschetta samt dreierlei Aufstrichen und/oder einem Stück Malakoff-Torte (8,5 Euro). Um eine kurze Gansl-Notiz bei der Reservierung wird gebeten.
velani.at
Schönbrunner Straße 235, 1120 Wien
Laudongasse 48, 1080 Wien

Pulled Vegansl Bao Buns mit Rotkrautkimchi und Maronimayo (8 Euro pro Stück), oder doch lieber klassischer als Keule mit Rotkraut, Erdäpfelknödel, einem Bratapfel mit Nussfüllung und Saft (30 Euro)? Das junge plant-based Lokal am Spittelberg serviert beides – und damit nicht genug: Das Vegansl kommt auch als 3-Gang-Menü samt Zero-Proof Weinbegleitung. Eine Topinamburschaumsppe mit einem „White Winter Spritz”, einen roten „Feral No. 3” zur fleischlosen Gans und als Abschluss Maronireis mit einem „Espresso Rumtini” (41 Euro das Menü, 18 Euro die Begleitung). Herrlich.
soula.wien
Schrankgasse 10, 1070 Wien

„Gans sicher satt” wird man laut den Betreibern, wenn man zum fleischlosen Ganslschmaus ins Gasthaus Napoleon in Kagran einkehrt. Hier landet eine plant-based „Gans ohne Gansl” Martinigans-Keule von der Pflanzerei mit Maroni-Rotkraut und Erdäpfelknödeln auf dem Teller. Davor vielleicht eine Kürbis-Kartoffelsuppe (6,80 Euro) oder ein Rote-Rüben-Tatar (14,50 Euro)?
napoleon.wien
Kagraner Platz 33, 1220 Wien

Auch das traditionelle Altwiener Gasthaus Nigls hat an seine veganen Gäste gedacht. Auf der Gansl-Karte findet man hier ein plant-based „Gitti Gansl” samt Erdäpfelknödel, Rotkraut und Preiselbeer-Pfirsich (28,90 Euro). Da jedoch selbst ein fleischloses Gansl nicht unbedingt die leichteste Kost ist, bietet sich an dieser Stelle ein anschließender Underberg Verdauungsbitter an (2,20 Euro für 2cl).
nigls.at
Rankgasse 36, 1160 Wien
von Angelina Rebel












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