25.08.2026

Das LOFT: Neustart über den Dächern Wiens

Das spektakuläre Rooftop-Restaurant im SO/ Vienna wird umfassend neugestaltet, inklusive Upgrade für Bar, Küche und Keller.

Rendering Restaurant-Bereich neu
Rendering Restaurant-Bereich neu © Das Loft

Selten haben Handwerker:innen so eine grandiose Aussicht über die Donaumetropole wie aktuell im 18. Stock des SO/ Vienna Hotels. Hoteldirektor Christian Klaus führt uns durch die Baustelle. Die Arbeiter:innen setzen gerade die Umbaupläne der renommierten BEHF Architects um, die mit der Neugestaltung des LOFT beauftragt wurden. Die Renovierung im spektakulär verglasten Rooftop-Restaurant soll Mitte September abgeschlossen sein. Die Erneuerung wird aber nicht auf Architektur beschränkt sein, auch die Kulinarik soll weiterentwickelt werden. 

Dafür steht vor allem die Führungsfigur Peter Duranský. Der slowakische Küchenchef bringt nicht nur internationale Erfahrung, sondern auch eine bemerkenswerte Bocuse-d’Or-Geschichte mit. 2021 gewann er den slowakischen Vorentscheid des international wohl wichtigsten Kochwettbewerbs und trat anschließend beim Europafinale an. Später wechselte Duranský die Seiten und wurde Präsident von Bocuse d’Or Slovakia. Unter seiner Führung gelang schließlich Historisches: Die Slowakei qualifizierte sich erstmals für das Weltfinale in Lyon.

Der Lounge-Bereich
Der Lounge-Bereich © Das Loft

Kalbskopf und Räucheraal

Diese internationale Extraklasse soll künftig auch im LOFT deutlich spürbar werden. Duranskýs Küche basiert auf slowakischen und österreichischen Traditionen, die er mit zeitgemäßen Techniken weiterentwickelt. Statt international austauschbarer Luxusküche setzt man auf Gerichte mit regionalem Bezug und durchaus Mut zu weniger alltäglichen Produkten. So dürfen sich Gäste etwa auf Kroketten mit Kalbskopf oder Räucheraal freuen.

„Wir setzen auf Innereien, wenn sie Sinn machen, nicht für Effekte“, sagt General Manager Christian Klaus. Dass man dabei bewusst etwas weiter gehen kann, sieht er als Stärke des etablierten Standorts: „Wir können mutig sein, wir wissen, dass der Standort funktioniert, da dürfen wir ruhig etwas ausprobieren.“ Begleitet wird Duranskýs Küche von einer entsprechend ambitionierten Weinauswahl. Mehr als 700 Positionen umfasst die von Tomas Hynek kuratierte Weinkarte. 

Boxen als Übergang von der Bar ins Restaurant
Boxen als Übergang von der Bar ins Restaurant © Das Loft

Jean Nouvels Spirit wird weitergeführt

Für die architektonische Neugestaltung zeichnen BEHF Architects verantwortlich. Ihnen geht es ausdrücklich nicht darum, Jean Nouvels ursprünglichen Entwurf neu zu erfinden. Vielmehr sollen seine Gedanken weitergespielt, verfeinert und in eine zeitgemäße Form übersetzt werden. Prägende Elemente bleiben daher erhalten: der dunkle Boden, die weit geöffnete Panorama-Glasfassade und vor allem die spektakuläre leuchtende Fresko-Decke der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist.

Die neuen Einbauten und Möbel werden konsequent in Schwarz gehalten. Tische aus tief schimmerndem Schwarzstahl, mit schwarzem Leder neu bezogene Fauteuils und kreisrunde Logenplätze sollen Ruhe in den Raum bringen und gleichzeitig Aussicht und Lichtdecke noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Ganz im Sinne Nouvels wird Schwarz dabei nicht als Abwesenheit von Farbe verstanden („Le noir est une couleur“), sondern als Mittel, um Licht, Material und Raum umso intensiver wahrnehmbar zu machen. Den Vergleich zu früher sieht man an diesen alten Fotos eindrucksvoll.

Die neu gestaltete Bar
Die neu gestaltete Bar © Das Loft

Cocktail mit Aussicht

Auch die Bar erfährt eine deutliche Aufwertung. Ihre exponierte Position als eine Art Kanzel über dem Restaurant bleibt erhalten, der Tresen wird jedoch völlig neu organisiert und stärker als eigenständiger Aufenthaltsort inszeniert. Eng gesetzte, schwarz gepolsterte Boxen erinnern mit ihren schmalen leuchtenden Tischen an die legendäre Loos-Bar. Der nach Norden orientierte Loungebereich wird wiederum mit einer großzügigen Couchlandschaft offener gestaltet (siehe Foto oben).

Ein Reopening ist für uns kein Neuanfang, sondern ein Wiedersehen – mit mehr Raum, mehr Ruhe und noch mehr Aufmerksamkeit für den einzelnen Gast. Was sich verändert hat, wird man nicht nur sehen, sondern vor allem spüren“.
GM Christian Klaus

dasloftwien.at

von Bernhard Degen

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