27.04.2026

Im OLM gibt die Natur den Takt vor

Im Tauferer Tal gelegen, orientiert sich das kreisrunde Hotel konsequent an seiner Umgebung und zeigt, wie entspannt nachhaltiges Urlauben sein kann. Gault&Millau war vor Ort.

Blick auf das OLM
Blick auf das OLM © Detailfotografie/Julia Rieck

Verstreute Dörfer, grüne Wiesen und weidende Kühe zur Linken wie zur Rechten. Die Berggipfel werden zunehmend imposanter; seitlich begleitet einen der Fluss Aurino, auf Deutsch die Ahr. Gerade noch die Autogrill-Espressi einverleibt, sind wir auf dem Weg ins Südtiroler Ahrntal und staunen nicht schlecht, wie entschleunigend bereits die Fahrt dahin ist. In der Ortschaft Kematen in Taufers führt der letzte Streckenabschnitt schließlich auf einen wenig befahrenen Zufahrtsweg über und – bevor wir uns wundern, ob wir uns nicht doch verfahren haben – wird das Ziel immer sichtbarer: ein ringförmiges, gläsernes und für die Gegend durchaus unübliches Gebäude. Ringsum eine endlos wirkende alpine Kulisse. Hier liegt das OLM, ein energieautarkes Wellnesshotel, das bei der Entstehung ob seiner futuristischen Erscheinung polarisierte, sich mittlerweile aber harmonisch in die Landschaft einfügt.

Verglaste Wände und tierische Besuche

Die Erwartungen sind entsprechend hoch, wenn man ein derart mit Auszeichnungen dekoriertes Haus besucht. Neben zig Nachhaltigkeitspreisen trägt das OLM auch den Titel „Südtiroler Hotel des Jahres 2026“. Grund dafür ist einerseits die beeindruckende Kreislaufarchitektur, andererseits das ausgeklügelte Kulinarik- und Entspannungsprogramm. Unter dem flachen, dicht mit Photovoltaikmodulen bestückten Dach befinden sich offene Räumlichkeiten, die aufgrund ihrer Form einen kompletten Rundgang ermöglichen. Es gibt kaum Wände, die nicht verglast sind, sodass man nahezu immer einen freien Blick auf das Innere des Kreises – und somit den großzügig bepflanzten Garten samt Pool – hat.

Reguläre Zimmer gibt es im OLM nicht, übernachtet wird ausschließlich in Apartsuiten. Darin dominieren natürliche Materialien und helles Lärchenholz sowie Möbelstücke von lokalen Handwerker:innen. Über die privaten Saunen blickt man auch hier – bodentiefe Glasfronten sei Dank – nach draußen. Mit einer erfreulichen Überraschung, sofern man im Erdgeschoss nächtigt: Direkt am Hotel ziehen Schafe über die Wiese.

Produktorientierte Küche

Um Natur-Bezug und nachhaltige Haltung geht es auch im Restaurant „PRENN°“ (gesprochen „Prennpunkt“). Morgens bekommt man ein reichhaltiges Frühstück, beim Abendessen stehen einem mehrere Optionen offen: Entweder man diniert im Restaurant, wo in der offenen Küche je nach Wochentag mehrgängige Menüs oder ein umfangreiches Buffet zubereitet werden. Alternativ erhält man Tipps für Restaurants in der Umgebung. Etwa das mit fünf Hauben dekorierte Atelier Moessmer von Norbert Niederkofler, das in nur 20 Autominuten erreicht werden kann. Und wer doch mehr Zeit im Zimmer genießen möchte, holt sich frische Pasta vom hauseigenen Delikatessenshop und speist auf der eigenen Terrasse mit Blick auf die Dolomiten.

Durchaus lohnt es sich allerdings, zumindest einen Abend im Hotel zu verbringen. Hier wird kreativ, gemüsereich und vor allem ausschließlich mit Produkten, die den „Slow-Food“-Grundsätzen entsprechen, gekocht. Erwähnt seien die Pressknödel mit Südtiroler Graukäse, die auf ein überliefertes Familienrezept von Küchenchef Berni Aichner zurückgehen. Er selbst kochte vor dem OLM über mehrere Jahre als Sous-Chef bei Niederkofler. Die Weinkarte listet rund 60 biologische Positionen, größtenteils aus der norditalienischen Provinz. Auch aus Südtirol beziehungsweise frisch aus der eigenen Bergquelle: das Wasser, das allerorts im ganzen Haus verfügbar ist.

Pool-Landschaft mit Dolomiten-Blick

Der Spa-Bereich ist als ruhiger Rückzugsort gestaltet. Dunkle Steinelemente prägen das reduzierte Areal und öffnen den Blick in die Landschaft. Herzstück ist der Indoorpool mit beheiztem Außensportbecken. Es steht einem als Gast offen, entweder im angenehm temperierten oder im anliegenden kühlen Wasser zu schwimmen. Bei Schönwetter legt man sich mit Blick auf Wiesen und Berge auf die Liegen im Garten. Im Inneren stehen Dampfbad und mehrere Saunen zur Verfügung – von der finnischen Sauna bis zu jener mit Panorama-Blick – ergänzt durch ein durchdachtes Massage- und Behandlungsangebot.

Galerie

Blick auf die Pool-Landschaft
Blick auf die Pool-Landschaft © Wealthy Adventure
Gläserne Wände soweit das Auge reicht
Gläserne Wände soweit das Auge reicht © Marco Zanta
Apartsuite
Apartsuite © Hannes Niederkofler
Eingebettet in alpine Kulisse
Eingebettet in alpine Kulisse © Marco Zanta

Im Dialog mit der Ahrntaler Natur

Das Konzept des OLM stammt aus der Feder von Thomas Steiner, entworfen wurde es von Andreas Gruber. Stets im Mittelpunkt der Planung stand, die umliegende Natur des Ahrntals einfließen zu lassen. Dazu kommt die Idee von Kreislauf und Ressourcenschonung. Das OLM ist ganzjährig entsprechend der Jahreszeit temperiert; die Raumtemperatur lässt sich in den Suiten nur in einem kleinen Rahmen von wenigen Grad individuell anpassen. Dadurch wird ein konstantes, energieeffizientes Klima gewährleistet. Die Energie dafür entsteht größtenteils im Haus selbst: Auf dem weit auskragenden Dach produziert eine großflächige Photovoltaikanlage Strom, während im Untergrund Erdwärme genutzt wird, um das Gebäude zu beheizen. Aus Sicht der Gäste läuft all das nahezu unbemerkt ab; einzig die Bitte, eigene Hausschuhe mitzubringen, erinnert an den nachhaltigen Anspruch.

Vom Mühlwalder Käseweg bis nach Bozen

Trotz der Alleinlage findet man bei einem Besuch im OLM unmittelbar Anschluss an die alpine Landschaft des Ahrntals. Im Sommer führen zahlreiche Wanderwege durch Wiesen, Wälder und hinauf zu Almen, etwa entlang des Käsewegs im benachbarten Mühlwald. Auch anspruchsvollere Touren in Richtung der umliegenden Dreitausender sind möglich. Im Winter wiederum verwandelt sich die Region in ein klassisches Skigebiet: Die Pisten von Klausberg und Speikboden sind in kurzer Zeit erreichbar, ebenso wie Möglichkeiten zum Skitourengehen oder Winterwandern.

Wer den Radius etwas mehr erweitern möchte: In rund anderthalb Stunden erreicht man Bozen, dessen Altstadt mit Laubengängen, Märkten und kleinen Cafés einen angenehmen Kontrast zur alpinen Lage bildet. Wer den Wein sucht, findet in Brixen und Bozen zahlreiche Winzer:innen, die einen Besuch wert sind. Ebenso nachvollziehbar ist es allerdings auch, nicht auszureisen und die Zeit im OLM zu verbringen. Zur Ruhe kommen, sich auf das Wesentliche besinnen und erleben, wie viel Gutes eigentlich ganz nah liegt.

olm.it

von Derya Metzler

Der Aufenthalt erfolgte im Rahmen einer Pressereise.

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